Antike: Dardania und Rom
Menschen siedelten hier sehr früh: Die Siedlung von Runik wird auf etwa 6185 v. Chr. datiert. In der Antike gehörte das Gebiet zum Land der Dardaner, eines Volkes des zentralen Balkans, dessen Name heute vielerorts weiterlebt. Nach der römischen Eroberung kam Kosovo um 87 n. Chr. wohl zur Provinz Moesia Superior. Nach 284 schuf Kaiser Diokletian eine eigene Provinz namens Dardania mit der Hauptstadt Naissus, dem heutigen Niš.
Mittelalter: Byzanz, Bulgarien und Serbien
Im frühen Mittelalter wechselte das Gebiet mehrmals die Herrschaft. Im 9. Jahrhundert kam es zum Bulgarischen Reich, 1018 holte Kaiser Basileios II. es unter byzantinische Herrschaft zurück, und 1019 wurde Prizren erstmals schriftlich erwähnt. Zwischen 1185 und 1195 nahm Stefan Nemanja das Gebiet am Weissen Drin ein, und in den folgenden Jahrhunderten wurde Kosovo zu einem Kerngebiet des mittelalterlichen serbischen Königreichs und ab 1346 des serbischen Kaiserreichs.
Aus dieser Zeit stammen vier serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster, die die UNESCO als Welterbe „Mittelalterliche Denkmäler im Kosovo“ führt: Visoki Dečani, das Patriarchat von Peć, die Muttergotteskirche von Ljeviš in Prizren und Gračanica. Dečani wurde 2004 aufgenommen, die drei anderen kamen 2006 dazu, und im selben Jahr wurde das Welterbe auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.
Am 28. Juni 1389 fand nahe dem heutigen Prishtina die Schlacht auf dem Amselfeld statt. Eine christliche Koalition unter Fürst Lazar, vor allem Serben, aber auch Bosnier, Albaner und andere, stand dem osmanischen Heer von Sultan Murad I. gegenüber, der dabei Berichten zufolge ums Leben kam. Die Zeitgenossen waren sich uneinig, wer gewonnen hatte. Später wurde die Schlacht zu einem zentralen Bezugspunkt der serbischen nationalen Erinnerung.
Fünf Jahrhunderte unter den Osmanen
1455 nahmen die Osmanen die Festung Novo Brdo ein, und 1459 war der letzte serbische Staat verschwunden. Kosovo blieb über viereinhalb Jahrhunderte Teil des Osmanischen Reiches. Auch die Bevölkerung veränderte sich in dieser Zeit: In den Kämpfen von 1689 und 1690, als Teile der Bevölkerung Österreich gegen die Osmanen unterstützten, führte Patriarch Arsenije III. zwischen 30 000 und 40 000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen Serben, nach Ungarn.
1877 schufen die Osmanen das Vilâyet Kosovo, das erste Mal, dass der Name für das ganze Gebiet verwendet wurde. Am 10. Juni 1878, drei Tage vor dem Berliner Kongress, gründeten albanische Vertreter in der gleichnamigen Stadt die Liga von Prizren. In den folgenden Jahrzehnten kam es wiederholt zu albanischen Aufständen gegen die osmanische Herrschaft, unter anderem 1910.
Das jugoslawische Jahrhundert
Im Ersten Balkankrieg 1912 kam der grösste Teil Kosovos zum Königreich Serbien, ab 1918 gehörte es zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, dem späteren Jugoslawien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es 1945 ein autonomes Gebiet innerhalb Serbiens. Seine Rechte wurden schrittweise erweitert, und die jugoslawische Verfassung von 1974 gab Kosovo eine weitgehende Selbstverwaltung.
1981 protestierten albanische Studierende in Prishtina für den Status einer Republik innerhalb Jugoslawiens. 1989 wurde unter Slobodan Milošević die Autonomie Kosovos weitgehend aufgehoben, und 1990 verloren Tausende albanische Angestellte ihre Stelle. Die Kosovo-Albaner bauten parallele Einrichtungen auf; 1992 wurde Ibrahim Rugova in von Serbien nicht anerkannten Wahlen zum Präsidenten einer selbst ausgerufenen Republik Kosovo gewählt.
Krieg und UNO-Verwaltung
Am 28. Februar 1998 begann der bewaffnete Konflikt zwischen der Befreiungsarmee des Kosovo und den Kräften der Bundesrepublik Jugoslawien. Am 24. März 1999 begann die NATO einen Luftkrieg gegen Jugoslawien. Am 9. Juni 1999 regelte das Abkommen von Kumanovo den Abzug der jugoslawischen und serbischen Kräfte. Nach Zahlen des Humanitarian Law Center wurden rund 13 500 Menschen aller Volksgruppen getötet oder gelten als vermisst; Hunderttausende wurden vertrieben.
Am 10. Juni 1999 verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat mit 14 Stimmen und einer Enthaltung die Resolution 1244. Sie stellte Kosovo unter eine vorläufige internationale Zivilverwaltung, die UNMIK, und ermächtigte eine internationale Sicherheitspräsenz, die KFOR, und bekräftigte zugleich die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Bundesrepublik Jugoslawien. Das internationale Strafgericht für das ehemalige Jugoslawien verurteilte später mehrere serbische und jugoslawische Amtsträger und einen albanischen Kommandanten für in Kosovo begangene Verbrechen.
Unabhängigkeit und Gegenwart
Am 17. Februar 2008 erklärten die Vertreter Kosovos die Unabhängigkeit, und am 15. Juni 2008 trat die Verfassung der Republik Kosovo in Kraft. Serbien anerkennt die Unabhängigkeit nicht und betrachtet Kosovo weiterhin als seine Autonome Provinz Kosovo und Metohija. Auf Initiative Serbiens bat die UNO-Generalversammlung den Internationalen Gerichtshof um ein Gutachten; am 22. Juli 2010 befand das Gericht mit 10 zu 4 Stimmen, dass die Erklärung nicht gegen das allgemeine Völkerrecht verstiess.
Mindestens 110 UNO-Mitgliedstaaten anerkennen Kosovo. Im Brüsseler Abkommen vom 19. April 2013, vermittelt von der Europäischen Union, einigten sich Belgrad und Prishtina auf Schritte zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Kosovo ist Mitglied des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank und hat im Dezember 2022 die Mitgliedschaft in der EU beantragt. Laut der Volkszählung 2024 hat es 1 585 566 Einwohner; Albanisch und Serbisch sind Amtssprachen, die Hauptstadt ist Prishtina, die Währung der Euro.
Das B&G Fussballtrikot in Schwarz und Weiss: Skanderbeg auf der Brust graviert, der Doppeladler am Ärmel. Eigener Entwurf, nummeriert.
ZUM TRIKOT →Wann hat Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt?+
Am 17. Februar 2008. Serbien anerkennt die Unabhängigkeit nicht, mindestens 110 UNO-Mitgliedstaaten tun es. 2010 befand der Internationale Gerichtshof, dass die Erklärung nicht gegen das allgemeine Völkerrecht verstiess.
Was geschah in der Schlacht auf dem Amselfeld 1389?+
Am 28. Juni 1389 kämpfte eine christliche Koalition unter Fürst Lazar nahe dem heutigen Prishtina gegen das osmanische Heer von Sultan Murad I. Der Sultan kam dabei Berichten zufolge ums Leben; die Zeitgenossen waren sich über den Ausgang uneinig.
Wie viele Menschen leben in Kosovo?+
Laut der Volkszählung 2024 sind es 1 585 566. Rund 92 Prozent sind Albaner; Serben, Bosniaken, Türken, Ashkali und andere bilden den Rest.
- Wikipedia: History of Kosovo
- Wikipedia: Kosovo
- Wikipedia: Kosovo War
- Wikipedia: United Nations Security Council Resolution 1244
- Wikipedia: ICJ advisory opinion on Kosovo's declaration of independence
- Wikipedia: Medieval Monuments in Kosovo
Dardania war ein antikes Königreich und eine römische Provinz im Herzen des Balkans. Wer die Dardaner waren, was der Name bedeutet und warum er bis heute lebt.
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