Von der Geisel zum Offizier des Sultans
Gjergj Kastrioti wurde um 1405 als Sohn von Gjon Kastrioti geboren, einem Herrn im Norden des heutigen Albanien. Wie viele Fürsten des Balkans in dieser Zeit musste sich der Vater dem aufsteigenden Osmanischen Reich beugen, und wie viele Fürstensöhne wurde Gjergj als Geisel an den Hof des Sultans geschickt, als Pfand für die Treue seiner Familie.
Dort wurde er an der Palastschule ausgebildet, dem Enderun, das Offiziere und Beamte für das Reich hervorbrachte. Er wurde Muslim, diente Sultan Murad II. rund zwanzig Jahre lang und stieg im Rang auf. Die Osmanen nannten ihn Iskender Bey, Herr Alexander, in Anlehnung an Alexander den Grossen. 1440 wurde er zum Statthalter des Sandschaks Dibra ernannt, eines Bezirks nahe den Ländereien seiner Familie.
1443: Der Seitenwechsel
1443 schlug ein christliches Heer unter dem ungarischen Feldherrn Johann Hunyadi die Osmanen bei Niš. Skanderbeg nutzte die Wirren der Schlacht, um mit einer Gruppe albanischer Gefolgsleute das osmanische Heer zu verlassen. Er ritt nach Krujë, der Burg seiner Familie, nahm sie ein und hisste der Überlieferung nach eine rote Fahne mit dem schwarzen Doppeladler. Er kehrte zum christlichen Glauben zurück.
Im März 1444 brachte er die albanischen Adelsfamilien in Lezha zusammen. Mit der Liga von Lezha handelten die kleinen, oft zerstrittenen albanischen Fürstentümer zum ersten Mal gemeinsam. Skanderbeg wurde ihr militärischer Anführer. Schon wenige Monate später kam die erste Bewährungsprobe: In der Schlacht von Torvioll 1444 besiegte sein Heer von rund 15'000 Mann eine osmanische Streitmacht von rund 25'000.
Fünfundzwanzig Jahre Widerstand
In den folgenden Jahren schickten die Sultane Heer um Heer. 1450 belagerte Murad II. selbst Krujë, gemeinsam mit seinem Sohn und Thronfolger Mehmed II. Skanderbeg liess unter seinem Vertrauten Vrana Konti eine Besatzung von 4'000 Mann in der Burg und setzte den Belagerern von den Bergen aus zu, griff ihre Lager und Versorgungszüge an. Die Belagerung scheiterte.
Seine Taktik war die eines Feldherrn, der beide Seiten kannte: kleine, schnelle Verbände, genaue Kenntnis des Geländes, überraschende Angriffe und rascher Rückzug. Auch Mehmed II., der 1453 Konstantinopel eroberte, gelang es auf seinen Feldzügen der 1460er-Jahre nicht, Krujë einzunehmen. Zugleich suchte Skanderbeg Verbündete im Westen, in Neapel, Venedig und Rom. Anfang der 1460er-Jahre setzte er sogar mit Truppen nach Süditalien über, um König Ferdinand von Neapel zu unterstützen.
Tod in Lezha
Skanderbeg starb nicht in der Schlacht. Am 17. Januar 1468 erlag er in Lezha der Malaria, im Alter von rund 62 Jahren. Sein Sohn Gjon war zu jung, um die Rolle des Vaters zu übernehmen. Ohne seinen Anführer bröckelte der Widerstand langsam. Krujë, inzwischen von Venedig verteidigt, fiel 1478 nach einer vierten Belagerung, zehn Jahre nach seinem Tod. Heute erinnert in Lezha eine Gedenkstätte an den Ort, an dem er beigesetzt wurde.
Vom Feldherrn zur Legende
Dass Skanderbeg weit über Albanien hinaus bekannt ist, verdankt er auch einem Priester aus Shkodra. Marin Barleti veröffentlichte Anfang des 16. Jahrhunderts in Rom eine lateinische Biografie über Skanderbeg. Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten in viele Sprachen übersetzt und machte den albanischen Feldherrn zu einer Figur der europäischen Literatur. Antonio Vivaldi widmete ihm 1718 eine Oper, und Dichter von Ronsard über Byron bis Longfellow schrieben über ihn.
In Albanien wurde er zur Leitfigur der nationalen Erinnerung, umso mehr im 19. Jahrhundert, als Albanerinnen und Albaner auf einen eigenen Staat hinarbeiteten. Sein Adler wurde 1912 zur Flagge. Am 11. Januar 1968, zum 500. Todestag, wurde auf dem nach ihm benannten Platz in Tirana ein elf Meter hohes Reiterstandbild der Bildhauer Odhise Paskali, Janaq Paço und Shaban Hadëri enthüllt. Sein Helm mit dem Ziegenkopf und sein Schwert liegen im Kunsthistorischen Museum in Wien.
Wie Helm und Schwert nach Wien kamen, ist eine Geschichte für sich. Erstmals erwähnt werden sie in einem Brief von 1578, in dem der Herzog von Urbino zusagte, sie Erzherzog Ferdinand auf Schloss Ambras in Tirol zu schicken. Mit der Ambraser Sammlung gingen sie später an den Kaiser, 1806 ins Belvedere und 1888 ins Kunsthistorische Museum. Nur einmal kehrten sie nach Albanien zurück: 2012, zum hundertjährigen Jubiläum der Unabhängigkeit, wurden sie einige Wochen in Tirana gezeigt und zogen einen Besucherrekord an.
Wie jeder Nationalheld ist Skanderbeg auch eine Projektionsfläche. Historiker weisen darauf hin, dass die Quellen zu vielen Einzelheiten dünn sind und spätere Jahrhunderte vieles hinzugefügt haben. Unbestritten bleibt der Kern: ein Mann, der das System von innen kannte und sich trotzdem dagegen stellte, und der fünfundzwanzig Jahre lang zusammenhielt, was vorher nie zusammengehalten hatte.
Skanderbeg auf unserem Trikot
Auf dem B&G Fussballtrikot ist Skanderbeg nicht farbig gedruckt. Sein Porträt ist Ton in Ton in die Brust graviert, mit Helm und Bart, sodass es sich erst zeigt, wenn das Licht darüberfällt: schwarz auf schwarz beim Trikot Zi, hellgrau auf weiss beim Trikot Bardh. Am Ärmel sitzt der Doppeladler. Es ist unser eigener Entwurf, keine Lizenzware eines Verbands.
Das B&G Fussballtrikot in Schwarz und Weiss: Skanderbeg auf der Brust graviert, der Doppeladler am Ärmel. Eigener Entwurf, nummeriert.
ZUM TRIKOT →Wer war Skanderbeg?+
Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg (um 1405 bis 1468), war ein albanischer Adliger und Feldherr. Nach zwanzig Jahren im osmanischen Dienst führte er von 1444 bis zu seinem Tod die Liga von Lezha gegen das Osmanische Reich. Heute ist er der Nationalheld Albaniens.
Warum heisst er Skanderbeg?+
Die Osmanen nannten ihn Iskender Bey, Herr Alexander, nach Alexander dem Grossen. Daraus wurde Skanderbeg, auf Albanisch Skënderbeu.
Was war die Liga von Lezha?+
Ein Bündnis albanischer Adelsfamilien, im März 1444 in Lezha unter der Führung Skanderbegs gegründet. Zum ersten Mal kämpften die albanischen Fürstentümer damit gemeinsam gegen die Osmanen.
Wo sind Helm und Schwert von Skanderbeg?+
In der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo sie seit dem späten 19. Jahrhundert liegen.
- Wikipedia: Skanderbeg
- Wikipedia: Siege of Krujë (1450)
- Wikipedia: Siege of Krujë (1477–1478)
- Wikipedia: Marin Barleti
- Wikipedia: Skanderbeg Monument
- Library of Congress: Albania's National Hero Scanderbeg
- Kunsthistorisches Museum Wien: Skanderbeg, Imperial Armoury
- Kunsthistorisches Museum Wien: Skanderbeg-Helm (Objektseite)
- Tirana Times: Skanderbeg's helmet and sword back home
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